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Holzstiege III

Dendrochronologie

Die Wissenschaft vom Alter des Holzes

Es gibt mehrere wissenschaftliche Methoden das Alter eines antiken Objektes festzustellen.

Die bekannteste ist die Radiokarbon-/C14-Methode, die genaueste die Dendrochronologie. Die Dendrochronologie kann das Alter eines Holzobjektes ohne Zweifel auf ein Kalenderjahr genau festlegen. Dabei machen sich die WissenschaftlerInnen den Umstand zu Nutze, dass ein lebender Baum jedes Jahr aufs Neue eine vollständige Zellhülle - einen Jahrring - ausbildet und hierbei auf Umweltfaktoren reagiert. In schlechten Jahren, z. B. bei ungünstigem Wetter, entsteht ein schmaler Jahrring. In guten Jahren ist genau das Gegenteil der Fall. Die Abfolge der Jahrringe, die ein Baum zeit seines Lebens bildet, ist sehr charakteristisch. Zur Datierung eines einzigen Objektes aus der Bronzezeit ist es notwendig Jahrringabfolgen aus über drei Jahrtausenden in einer lückenlosen Kette aneinander zuhängen, d. h eine Referenzkurve aufzubauen. Den Ausgangspunkt dieser Kurve bilden Bäume unserer Gegenwart. Die Jahrringsequenz des zu datierenden Stückes muss genau mit der Referenzkurve verglichen werden, um deren exakte Position auf der Kurve und somit dessen Alter zu bestimmen.
Zur Datierung der Stiege wurde eine eigene Referenzkurve von Fichten- und Tannenhölzern aufgebaut, die 3500 Jahre zurückreicht. Da die bis zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Referenzkurven für den Raum Hallstatt weitestgehend ungültig sind.

Die Datierung der Stiege

Der Erste Schritt war 1999 die Betauchung des Schwarzen See an der Nord-Ost-Abdachung des Dachsteins.

Mit Unterstützung des Österreichischen Bundesheeres konnten über 200 subfossile, das heißt im Wasser des Sees konservierte Baumstämme, erfolgreich beprobt werden. Mit diesen Proben konnte eine 3475 Jahre lange Chronologie aus Fichten und Lärchen aufgebaut werden. Im Jahr 2004 wurden weitere subfossile Baumstämme in einem Moor, dem Karmoos in Hallstatt, ausgegraben und beprobt. Über 300 Holzproben wurde geborgen. An Hand dieser Hölzer konnte eine bis 1498 v. Chr. durgehende reine Fichtenchronologie aufgebaut werden.
Bisher wurden aus dem Bereich "Alter Grubenoffen, Christian-Tusch-Werk" 550 Holzproben entnommen, die Holzart bestimmt, und die Jahrringbreiten gemessen. Die Stiege selbst steuerte 18 Proben bei. Auch die 18 Proben der Stiege sind Teil einer 282 Jahre langen Mittelkurve. Alle Bäume die zur Errichtung der Stiege verwendet wurden, wurden im selben Jahr gefällt. Die Christian-Tusch-Werk Mittelkurve konnte eindeutig auf der am Dachstein und in Hallstatt aufgebauten Mittelkurve datiert werden: Das Enddatum dieser Mittelkurve ist 1245 vor Christi Geburt. Es ergibt sich hieraus das Fällungsjahr der für die Stiege verwendeten Bäume von 1344 vor Christi Geburt.

Forschungsgeschichte


Am Anfang lag das Hauptaugenmerk der Forschungen darauf, die vielen im Berg bekannten Fundpunkte genauer einordnen zu können.

Es stellte sich bald heraus, dass der Salzbergbau bereits lange vor dem weltberühmten Gräberfeld der älteren Eisenzeit (ca. 800 - 350 v. Chr.) im Hochtal begann. Auch die Dimension der prähistorischen Stollen stellte alles bisher Bekannte und Erwartete in den Schatten. In der späten Bronzezeit folgte man dem Steinsalz mit immensen Schächten in Tiefen von weit über hundert Metern. In der Hallstattzeit wurde die Abbautechnik grundlegend umgestellt und es wurden riesige horizontale Kavernen angelegt, die dem Kernstreichen folgen. Eine dieser Hallen konnte in den letzten Jahrzehnten intensiver erforscht werden und weißt die unglaubliche Länge von über 170 m Länge bei einem Querschnitt von 20 m Höhe und 10 - 20 m Breite auf.
Die Forschungen der letzten Jahre zeigen immer deutlicher, dass wir spätestens seit dem 14. Jh. v. Chr. einen gut organisierten, arbeitsteiligen riesigen Bergbau-Industriebetrieb am Hallstätter Salzberg haben - wenngleich der Beginn der Salzproduktion schon vor über 7000 Jahren anzusetzen ist.

Weitere Informationen:

Universität für Bodenkultur Wien,
Institut für Holzforschung
Dr. Michael Grabner
Peter Jordan Strasse 82
1190 Wien
0676 / 380 72 26
michael.grabner@boku.ac.at


NATURHISTORISCHES MUSEUM WIEN
Prähistorische Abteilung
Hans Reschreiter
Burgring 7
A-1014 Wien
0664 / 65 70 859
hans.reschreiter@nhm-wien.ac.at

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