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Holzstiege Teil II

Da in dem nur wenige Meter langen Ausschnitt der Fahrt, der bisher freigelegt wurde, eine Verlängerung der Wangen durch Schiftung vorliegt, ist die technische Voraussetzung für diese Überlegung gegeben.
Von einer längeren Benutzung zeugt der mehrere Zentimeter dicke schwarze "Belag" auf den Stufen. Dieser besteht aus wenigen abgebrannten Kienspänen und verdichteten Holzkohleflittern, wie sie entstehen, wenn Kienspäne abbrennen.
Funde von Stiegenteilen (Wangen und Stufen) in anderen Bereichen des Christian-Tusch-Werkes (Barth 2003/2) und an zwei weiteren Stellen des Berges, belegen eindeutig, dass es sich bei der nunmehr freigelegten Fahrt um keinen Einzelfall, sondern um eine übliche Steighilfe der Bronzezeit handelt.
Es erscheint wahrscheinlich, dass die Einzelteile der Fahrt obertag in Serienproduktion gefertigt und dann in der Grube den Anforderungen entsprechend zusammengestellt wurden. Die Auftritte sind dann jeweils zwischen den beiden benachbarten Distanzbrettern eingeklemmt und in ihrer Position fixiert. Da die Luftfeuchtigkeit in der Grube konstant hoch ist, kann die Konstruktion nicht austrocknen und locker werden.

Die Steigung der Fahrt ändert sich im bisher freigelegten Teil von 30 auf 15 Grad. Inwieweit dies dem ursprünglichen Zustand entspricht oder auf die Bewegung des Berges zurückzuführen ist, lässt sich noch nicht sagen.

Die Steigung der Fahrt ändert sich im bisher freigelegten Teil von 30 auf 15 Grad.

Inwieweit dies dem ursprünglichen Zustand entspricht oder auf die Bewegung des Berges zurückzuführen ist, lässt sich noch nicht sagen. Die Neigung der Auftritte spricht eher dafür, dass sie ursprünglich steiler - mit 30 Grad Steigung - gebaut wurde. Der Stufenabstand und damit auch die Auftrittshöhe sind nicht einheitlich. Der Abstand variiert zwischen 20 und 30 cm.
Die Fahrt ist auf jeden Fall als weiterer Beleg dafür zu werten, dass bereits in der Bronzezeit ein gut organisierter riesiger Betrieb am Hallstätter Salzberg bestand, der den Vergleich mit den hallstattzeitlichen Betriebsanlagen nicht zu scheuen braucht (Barth 2003/1; Barth &. Lobisser 2002).
Was macht nun die besondere Bedeutung der Stiege aus? Trotz der ausgezeichneten Erhaltungsbedingungen im Salzberg stoßen wir selten auf vollständige in situ befindliche Holzkonstruktionen. Im Allgemeinen bergen wir aus dem Betriebsabfall nur als unbrauchbar zurückgelassene Geräte.
Die perfekte Ausführung der Stiege zeigt einmal mehr, mit welchen hohen technischen Standards wir in der Bronzezeit zu rechnen haben. Da vergleichbare Funde fehlen, muss dahingestellt bleiben, ob es sich bei "unserer" Fahrt um eine Spezialanfertigung für den Bergbau handelt, oder ob es der einzige erhaltene Beleg einer üblichen Konstruktion ist.

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